„Habe das für Bernhard sehr gerne gemacht!“
Ehrenkanzler der Prinzengarde Ferdi Recker hat die 40 Jährige Jubelprinzessin besucht und mit ihr über den Karneval gesprochen.
Als ich das nette Domizil mit der Wohnungs-Nummer 12 (11 wäre aktuell sicherlich besser) betrete, sehe ich auf den ersten Blick - es ist Waschtag. „Ja, alle 14 Tage habe ich große Wäsche“, entschuldigt sich die Dame, die ich heute besuche. Ich habe im Vorfeld sehr lange überlegt, ob ich diesen Besuch machen soll, schließlich ist die nette Dame bereits stolze 97 Jahre alt. Doch dann sagt Hildegard IV. wie aus der Pistole geschossen: „Ich weiß genau, warum du gekommen bist, denn ich war vor 40 Jahren Stadtprinzessin von Dottland.“ Sie hat quasi seit Tagen schon auf meinen Besuch gewartet…
Ja, genau - vor 40 Jahren (in 1986) stand Hildegard Thomitzek an der Seite ihres stolzen Mannes Bernhard, der als Stadtprinz Bernhard II. die Närrinnen und Narren von Dottland regierte. Viele Schützenbrüder und Karnevalisten kannten den leider schon verstorbenen Jubelprinzen viel besser unter dem „falschen“ Namen Robert. Vor lauter Aufregung hatte sein Vater damals beim Standesamt den Namen Bernhard eintragen lassen, getauft wurde der dann in der Herz-Jesu-Kirche aber auf den Namen Robert.
Wollte Hildegard eigentlich vor 40 Jahren – sie war bereits 57 Jahre alt - Stadtprinzessin werden? „Im Grunde nicht, das war doch damals viel zu hoch für uns, wenn ich so die Paare vor uns betrachtete“, erinnert sich Hildegard. Und sie erzählt. „Es war beim Teupen-Schützenfest, ich war schon beim Frühschoppen, Bernhard hatte morgens noch in der Sparkasse gearbeitet, kam erst mittags dazu. Direkt nahm ihn der Vereinigten-Chef Alfons Schwarte zur Seite und sagte sofort: „Du kannst wohl im nächsten Jahr Stadtprinz werden.“ Bernhard erwiderte: „Dann schieße ich lieber gleich als Aspirant mit auf den Stern.“ Nur wenige Stunden später war Robert (Bernhard) Thomitzek neuer Sternkönig seiner Teupen, zuvor schon war er Männerkönig in 1974 gewesen, zudem Prinz der Gesellschaft in 1971.“
Hildegard voller Überzeugung: „Noch heute bin ich sehr froh, dass ich das damals gegen meinen eigentlichen Willen zugesagt habe, denn für Bernhard war das Amt des Stadtprinzen die ganz große Sache in Dottland.“ An einem Freitag im Herbst 1985 hatte plötzlich eine KGE-Delegation beim Ehepaar Thomitzek auf der Matte gestanden, ein paar Stunden später und ein paar kühle Getränke intus hat Hildegard dem Amt der Prinzessin zugestimmt. So soll das früher schon häufiger gelaufen sein...
40 Jahre Jubelprinzessin, ganz viel kann und will Hildegard in dieser Session aber nicht feiern. „Ich habe leichte Probleme mit dem Herzen, ich weiß nicht, ob ich es noch schaffe, zur neuen Sonntags-Sitzung „DETTEN JECKT“ in die Ems-Halle zu kommen.“ Bisher allerdings hat Hildegard in all den Jahren kaum einen Termin der Prinzengarde verpasst - sie wird kämpfen, da kann man ganz sicher sein.
Hildegard Thomitzek wohnt im Marienhof, in der Wohngemeinschaft am Mühlenbach, eine Einrichtung der Sander-Pflege. Dort hat sie im zweiten Obergeschoss ihre nette Wohnung, macht sich das Frühstück und Abendessen selbst. „Das Mittagessen wird mir geliefert, selbst am Herd stehen, das kann und will ich nicht mehr.“ Den Einkauf erledigen Tochter Monika oder auch Sohn Robert, der dem Wunsch seiner Mutter Hildegard nach eigentlich Thomas heißen sollte. „Doch am Tag seiner Geburt war der Namenstag von Robert, also habe ich zugestimmt.“ Ja, das mit dem Vornamen war offenbar im Hause Thomitzek ein ganz eigenes Thema...
Ob man in der KGE die aktuell 97 Jahre von Hildegard damals schon ahnte, als man das Motto wählte: „Detten ist – Detten bliw“ kann man heute getrost umwandeln in „Detten ist – Hildegard bliw.“ Hoffentlich noch viele Jahre. Ich muss wieder gehen, Hildegard muss die große Wäsche noch abarbeiten. Herzlichen Glückwunsch – liebe Jubelprinzessin. Du darfst sehr stolz auf Dich sein.

