Regent Jochen I. Hentschel ist ab sofort ein festes Mitglied der Stadtprinzengarde

16.03.2026

Es war am Samstag um 22.27 Uhr - Stefan
„Sitzungshammer“ (Ahmann), an diesem Abend der knallharte Richter der
KGE-Stadtprinzengarde, bat im Gerichts-Saal von Monis Kneipe die etwa 25
Geschworenen, sich von den Plätzen zu erheben. Alsdann verkündete
Richter Ahmann zum Ende der packenden und sehr unterhaltsamen
Verhandlung sein Urteil: „Jochen Hentschel, in der Session 2025 umjubelter
Stadtprinz Jochen I. von Dottland, ist ab heute ein vollwertiges Mitglied
unserer Stadtprinzengarde. Jochen Hentschel wird in die Garde
aufgenommen.“
Jochen strahlte, alle Garde-Kollegen applaudierten herzlich, ganz lang war
die Reihe der Gratulanten. Vorher hatte Gardekanzler Alfred Tecklenborg die
ehrenvolle Aufgabe erledigt, die begehrte Garde-Nadel ans Revers von
Jochen Hentschel zu heften. Das äußere Zeichen der Garde-Mitgliedschaft.
Es war ein harter und recht steiniger Weg für den Angeklagten Jochen
Hentschel, der – wie jeder Stadtprinz - selbst zu dieser internen Garde-
Gerichtsverhandlung geladen hatte. Ex-Prinz Jochen bot offenbar aus
riesigem Respekt mit Jörg „Notausgang“ Feldmann und Michael
„Rettungsanker“ Jürgens gleich zwei Verteidiger auf, zum Richter hatte die
Garde im Vorfeld schon den Kollegen S. „Sitzungshammer“ Ahmann bestellt,
als Staatsanwalt fungierte Martin „Machtwort“ Mersmann. Es dauerte ein
wenig, bis Gerichtsdiener Thomas Limberg so richtig in die Hufe kam, dann
aber gab er alles, die Protagonisten aber auch.
Richter Ahmann verlas zunächst den offiziellen Aufnahmeantrag, dann wurde
ihm seitens der Verteidigung ein sehr ausführlicher Antrag zugesteckt.
Nachdem Ahmann den Inhalt dieses Schreibens verlesen hatte, hätte
eigentlich direkt eine Pause eingelegt werden müssen, um durch eine
spezielle Reinigungsfirma die riesige Schleimspur vom Boden zu beseitigen.
Jetzt verlas Martin Mersmann die acht Punkte der Anklage, schon jetzt
bekam Jochen I. mehrfach weiche Knie, er wurde recht blass um die Nase.
Immer wieder munterten die beiden Verteidiger ihren Mandanten moralisch
auf, flüsterten ihm ins Ohr: „Mach dir keine Sorgen, wir schaffen das!“
Verteidiger Jörg Feldmann startete mit folgender Aussage: „Wir haben noch
nie einen besseren Stadtprinzen als Jochen gehabt.“ Wütend sprangen die
Geschworenen nach dieser Beleidigung aus dem Sattel, Feldmann hatte
Glück, dass er nicht des Saales verwiesen wurden. Er hatte es nach diesem
Start schwer im Laufe des Abends, wie auch sein Kollege Michael Jürgens.
Denn Staatsanwalt Martin Mersmann zog wahrlich alle Register, präsentierte
zu allen Anklagepunkte aussagekräftige Fotos auf der großen Leinwand. Vor
allen Dingen das tolle Foto der römischen Gerechtigkeitsgöttin „Justitia“
wurde im Gerichtssaal immer wieder gefordert.
Natürlich ist es nicht möglich, hier alle Punkte der Anklage aufzulisten – ein
Teil: Jochen hatte versucht, Prinzen im Vorfeld der Verhandlung zu
bestechen, Unterschriften erschlichen. Er hatte seinen Orden kaputt
gemacht, er hatte den Vizepräsidenten Thomas Weischer vom Rad in eine
Hecke gestoßen, die Plastikhülle der Standarte als Regenschutz
missbraucht. War es auch der Elektro-Meister Jochen Hentschel, der bei der
Proklamation seines Nachfolgers Tobias I. (Tecklenborg) in der Ems-Halle an
der Lichtorgel spielte? Hier fehlte der klare Beweis.
Fakt ist aber, dass Jochen bei offiziellen Terminen der KGE mehrfach lieber
erst einmal eine kurze Schlafpause eingelegt hatte. Und das Steiger-Lied,
das Mitglieder der Prinzengarde bei einem Trip nach Wilhelmshaven
geschmettert haben, könnte der neue Karnevals-Schlager in Dottland
werden, „Detten auf der Ki“ ablösen.
Als beim Punkt acht der Anklage das Wort „Nonkonformität“ genannt wurde,
schüttelten viele Geschworenen nur den Kopf, meldeten sich direkt zu einem
Kurs bei der VHS an. Martin Mersmann übernahm die Kursleitung: „Beim
Banken-Rundgang an Rosenmontag trugen alle Prinzen den roten Parka, nur
Jochen trug eine schwarze Jacke.“ Dabei hatte man dem Stadtprinzen 2025
im Vorfeld gleich zwei rote Parkas zur Verfügung gestellt - er wollte sie nicht.
Die Verteidigung redete sich immer wieder den Mund fusselig, es sah
wahrlich nicht gut aus für Antragsteller Jochen. Dann aber wurde ein Video
des Bürgermeisters Oliver Kellner eingespielt, der klar für die Aufnahme von
Jochen in die Garde plädierte. Auch Garde-Mitglied Christoph Possemeyer
sang ein Loblied auf Jochen – egal: Staatsanwalt Martin Mersmann forderte
in seinem Plädoyer, die Aufnahme zu verweigern, die Verteidigung plädierte
natürlich für Freispruch. Das letzte Worte hatte Jochen: „Ich wäre so gern in
Eurer Mitte!“
Unter der Regie von Richter Ahmann berieten sich die Geschworenen, dann
kam es zur Abstimmung, zur Überraschung: Einstimmig plädierten die
Geschworenen für die sofortige Aufnahme von Jochen Hentschel in die
Stadtprinzengarde. Als Strafe flossen noch zwei Ruden Bier, weil sich der
Angeklagte schon im Laufe des Abends sehr spendabel gezeigt hatte, neben
zahlreichen Getränken auch einen leckeren Imbiss geliefert hatte. Und sogar
leckeren Frikadellen wurden nachgereicht. Detten - Helau

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