Als gegen 22 Uhr die letzten Gespräche im Hotel Düsterbeck langsam ausklangen, war eines deutlich spürbar: Die KGE blickt trotz wachsender Herausforderungen mit Zuversicht auf die kommende Session. Bei der diesjährigen Generalversammlung standen nicht nur Zahlen und Wahlen im Mittelpunkt, sondern vor allem das, was den Karneval in Dottland seit Jahrzehnten trägt – Gemeinschaft, Ehrenamt und Leidenschaft für das Brauchtum.
In den Räumlichkeiten des Hotels Düsterbeck begrüßte KGE-Präsident Martin Mersmann die Vertreter der angeschlossenen Vereine sowie zahlreiche Gäste, darunter Ehrenkanzler Ferdi Recker, Wagenbauchef Thomas Ellertmann und das amtierende Stadtprinzenpaar Tobias I. und Prinzessin Jessica I. Tecklenborg. Obwohl die vergangene Session inzwischen knapp drei Monate zurückliegt und in den kommenden Wochen traditionell die Schützenfestsaison das Ortsbild prägt, wurde schnell deutlich: Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen für die nächste Karnevalszeit längst auf Hochtouren.
Zu Beginn der Versammlung wurde den verstorbenen Karnevalisten gedacht. Sechs verdiente Mitglieder aus den Reihen der Narrenfamilie sind im vergangenen Jahr verstorben. Der Moment des stillen Gedenkens verlieh dem Abend eine spürbar nachdenkliche Atmosphäre. „Sie haben den Karneval gelebt, geliebt und gefeiert“, hieß es aus der Versammlung.
Nachdem die Beschlussfähigkeit mit knapper Mehrheit festgestellt worden war, verlas Schriftführer Daniel Bösenberg das Protokoll der vergangenen Generalversammlung. Anschließend sorgte ein humorvoller Rückblick auf die vergangene Session für viele Lacher im Saal. Gemeinsam mit Melanie Pleimann hatte Bösenberg eine Präsentation vorbereitet, die zahlreiche Erinnerungen an die Höhepunkte der vergangenen Monate noch einmal aufleben ließ. Besonders die erstmals bereits im November durchgeführte Prinzenkür wurde dabei positiv hervorgehoben. Der neue Zeitpunkt habe für mehr Entspannung im Ablauf der Session gesorgt und dem Stadtelferrat zusätzliche Freiräume verschafft.
Einen ausführlichen Blick auf die finanzielle Situation der KGE warf anschließend Kassierer Stefan Schulte. Trotz steigender Kosten zog er eine insgesamt positive Bilanz. Besonders Sponsoren und die Karnevalszeitung bleiben wichtige Säulen der Finanzierung. Gleichzeitig werde es zunehmend schwieriger, steigende Ausgaben aufzufangen. Vor allem höhere Steuerbelastungen sowie neue Auflagen rund um die Karnevalswagen stellen die Vereine vor Herausforderungen. Für sämtliche Wagen werden inzwischen Brauchtumsgutachten und gültige Betriebserlaubnisse benötigt. Die dadurch entstehenden Kosten konnte die KGE jedoch erneut für die Vereine übernehmen.
Dass die finanzielle Arbeit innerhalb der KGE auf einem soliden Fundament steht, bestätigten auch die Kassenprüfer. Jürgen Neukirch , Maik Borgmann und Thomas Feld lobten die „äußerst professionelle“ und vollständig nachvollziehbare Kassenführung. Vorstand und Kassierer wurden anschließend einstimmig entlastet.
Auch personell setzt die KGE auf Kontinuität. Präsident Martin Mersmann, Kassierer Stefan Schulte, Schriftführer Daniel Bösenberg sowie die Beisitzer Karl-Heinz Rethmann und Leon Börger wurden jeweils einstimmig für weitere drei Jahre gewählt. Besonders bemerkenswert: Karl-Heinz Rethmann engagiert sich inzwischen seit 25 Jahren im Vorstand der KGE. Ebenso bleiben Kanzler Alfred Tecklenborg und Wagenbauchef Thomas Ellertmann weiterhin Teil des Vorstandsteams.
Neben den Wahlen gab es weitere Veränderungen innerhalb der Gremien. Maik Borgmann scheidet als Kassenprüfer aus, sein Nachfolger wird Ralf Unewisse von den Kolpingern. Zudem übernimmt Johannes Reinermann von den Sinningern künftig die Aufgabe des Wagenprämierers von Sonja Kich.
Mit Blick auf die kommende Session gab die KGE bereits erste Termine bekannt. Neben dem Sturm aufs Rathaus am 11. November und der Auftaktparty im Festzelt stehen insbesondere das Sitzungswochenende im Januar sowie Rosenmontag 2027 bereits fest im Kalender vieler Karnevalisten. Zudem kündigte die KGE ein neues Prinzenornat an. Die bisherigen Ornate seien sichtbar in die Jahre gekommen. Unterstützt wird die Anschaffung von der Volksbank und der Sparkasse.
Zum Abschluss bedankte sich das amtierende Stadtprinzenpaar Tobias I. und Jessica I. für eine „grandiose Zeit“ und die vielen besonderen Einblicke hinter die Kulissen des Dottländer Karnevals. Immer wieder wurde an diesem Abend deutlich, wie viel ehrenamtliches Engagement hinter den Veranstaltungen der KGE steckt. Ob Organisation, Wagenbau, Finanzen oder Sitzungsplanung – zahlreiche Helfer sorgen im Hintergrund dafür, dass das Brauchtum lebendig bleibt.
Mit großem Applaus endete die Versammlung schließlich um 21.58 Uhr. Und auch wenn es rund um die KGE derzeit vergleichsweise ruhig erscheint: Die Vorfreude auf die nächste Session ist längst wieder spürbar.

