Wenn sich im Juni die Sonne von ihrer besten Seite zeigt, steht bei der Karnevalsgesellschaft Emsdetten ein Termin seit Jahrzehnten fest im Kalender: das Prinzenwäldchen. Bereits zum 54. Mal lud die KGE das Stadtprinzenpaar, den Elferrat, die amtierenden Saalprinzen sowie zahlreiche Freunde und Unterstützer zu einem geselligen Tag ins „tiefste Hollingen“ ein.
Der Auftakt führte die rund zwei Busladungen voller Karnevalistinnen und Karnevalisten zunächst ins benachbarte Nordwalde. Dort wurde der Vorjahreskönig Christian Schmitz feierlich abgeholt. Der bei der Re-Ka-Ge aktive Karnevalist hatte seinen Garten geöffnet und empfing die Gäste zu einem entspannten Start in den Tag. Bei kühlen Getränken und vielen Gesprächen wurde die Vorfreude auf das traditionelle Treffen spürbar.
Für einen der humorvollen Höhepunkte sorgte anschließend Major Henni Kolthoff. In bewährter Bundeswehrmanier richtete er das Wort an die KGE Schützen und stellte eine scheinbar einfache Frage: Was war das Markenzeichen des Stadtprinzen in der vergangenen Session? Die Antwort blieb selbst dem amtierenden Stadtelferrat schuldig. Die Auflösung folgte prompt: die grünen Schuhe des Prinzen. Als Anerkennung verteilte Kolthoff grüne Schuhüberzieher, sodass kurzerhand der Stadtelferrat mit „grünen Schuhen“ ausgestattet wurden – ein Moment, der für viele Lacher sorgte.
Nach dem Zwischenstopp ging es zurück Richtung Emsdetten. Noch vor dem Ortseingang bogen die Busse ab und steuerten das traditionelle Ziel im Hollinger Wäldchen an. Bereits während der Fahrt war die Stimmung ausgelassen. Gesang, Gespräche und Vorfreude begleiteten die Teilnehmer auf den letzten Kilometern.
Im Prinzenwäldchen selbst zeigte sich einmal mehr, warum die Veranstaltung seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil des Vereinslebens ist. Zwischen schattigen Bäumen, gekühlten Getränken und guter Verpflegung standen vor allem Begegnungen und der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Viele nutzten die Gelegenheit, die vergangene Session noch einmal Revue passieren zu lassen und gemeinsame Erinnerungen auszutauschen.
Ein besonderer Dank galt am Nachmittag erneut der Familie Krüler. Hausherr Josef Krüler durfte selbstverständlich nicht fehlen. Als Anerkennung für die langjährige Unterstützung und die Bereitstellung des Geländes überreichte die KGE zwei Blumensträuße an die Familie, die der Gesellschaft seit vielen Jahren zuverlässig zur Seite steht.
Spannend wurde es beim traditionellen Vogelschießen. Mit dem Luftgewehr wurde um die Königswürde im Prinzenwäldchen gerungen. Die Besonderheit: Wer den Vogel von der Stange holt, erhält das lebenslange Recht, am Prinzenwäldchen teilzunehmen. Nach einem spannenden Wettbewerb gelang Andreas Bröker vom amtierenden Stadtelferrat schließlich der entscheidende Treffer. Zur Königin wählte er seine Frau Julia.
Die große Beteiligung und die durchweg positive Stimmung zeigten einmal mehr den besonderen Stellenwert dieser Veranstaltung innerhalb der KGE. Viele helfende Hände sorgten im Hintergrund für einen reibungslosen Ablauf und trugen dazu bei, dass sich die Gäste rundum wohlfühlen konnten.
So stand am Ende eines bewölkten und etwas windigen Tages genau das im Mittelpunkt, was das Prinzenwäldchen seit mehr als fünf Jahrzehnten auszeichnet: Gemeinschaft, Freundschaft und die Verbundenheit zum Emsdettener Karneval. Eine Tradition, die auch nach 54 Jahren nichts von ihrem besonderen Charme verloren hat.

