Prinzengarde

9. Oktober 2010, 20:32 Uhr

Die Geschichte der Prinzengarde

Die Prinzengarde wurde im Jahre 1959 von Josef Schulte gegründet. Sie ist eine Vereinigung innerhalb der Karnevalsgesellschaft Emsdetten, die 1914 von einigen Emsdettener Schützengesellschaften ins Leben gerufen worden war. Die Prinzengarde führt eigene Veranstaltungen durch, dient aber in erster Linie der Förderung der Karnevalsgesellschaft und des heimischen Brauchtums. Sie pflegt den Zusammenhalt aller ehemaligen Stadtprinzen von Emsdetten.

Mitglieder können nur ehemalige Stadtprinzen sein. Sie bleiben Mitglieder auf Lebenszeit. Äußeres Zeichen der Mitgliedschaft ist die rote Jacke mit schwarzer Hose, weißem Hemd und Fliege, unter der der Prinzenorden getragen wird. Für offizielle Anlässe ist der große Prinzenhut mit Feder erwünscht, die kleine Prinzenmütze ist Verpflichtung. Die Anschaffungskosten tragen die Prinzen selbst. Die Mitglieder nehmen an den Hauptveranstaltungen der KGE teil, stellen Abordnungen für das Podium bei den närrischen Sitzungen, nehmen am Prinzenball und am Karnevalssonntag am Prinzenfrühstück teil. Sie haben im Rosenmontagszug ihren eigenen Festwagen.

Die Aufnahme des residierenden Stadtprinzen in die Prinzengarde erfolgt nach Ablauf der Regentschaft in einer eigenen Zusammenkunft. Sie findet in Form einer „Verhandlung“ statt. Ein Staatsanwalt klagt die „Untaten“ des jeweiligen Prinzen an. Der von ihm selbst gewählte Verteidiger entkräftet diese natürlich nicht wahren Anklagepunkte. Die geschworenen Prinzen richten anschließend gemeinsam mit dem Richter über den Angeklagten und befinden über die Aufnahme in die Prinzengarde.

Der Garde steht der Kanzler vor. Er ist Mitglied des Vorstandes der Karnevalsgesellschaft Emsdetten und vertritt die Belange der Garde innerhalb der KGE. Er gehört auch dem kleinen Gremium an, das jährlich den Stadtprinzen wählt. Der Kanzler wird in der Generalversammlung der Prinzengarde, die jährlich nach der Hauptversammlung der KGE stattfindet, für drei Jahre gewählt. Wiederwahl ist zulässig. Dem Kanzler zur Seite stehen der Schriftführer und der Kassierer. Beide sorgen für das Versenden der Einladungen und das Einkommen der Beiträge und Umlagen der Mitglieder. Beide werden gleichfalls auf der Generalversammlung für drei Jahre gewählt. Wiederwahl ist zulässig. Der Schriftführer ist Stellvertreter des Kanzlers. Die Prinzengarde veranstaltet jährlich einen Ausflug, der mit einem Schützenfest verbunden wird. Außerdem wird jeweils am 1. Advent eine Nikolausfeier veranstaltet. Die Damen der Prinzengarde (Prinzessinnen) sind zu den offiziellen Veranstaltungen eingeladen. Sie haben analog zur Prinzengarde ihre eigenen Treffen, so z.B. den Prinzessinnen-Kaffee am Veilchendienstag, den jeweils die Vorjahres-Prinzessin in Abstimmung mit den Damen der Prinzengarde ausrichtet.

Nach den Kanzlern Josef Schulte und Theo Fallenberg, die sich hohe Verdienste um die Prinzengarde erworben haben, stand viele Jahre lang Alfons Schwarte der Garde vor. Nach Fritz Teigeler, der von 1959 bis zu seinem allzu frühen Tod im Jahre 1987 die Geschäfte der Garde mit Umsicht und vorbildlicher Gewissenhaftigkeit führte, übte Heinz Hunnekuhl das Amt des Schriftführers und Kassierers aus. Carl König, heute Ehrenkanzler, führte die Prinzen als Nachfolger von Alfons Schwarte ebenfalls viele Jahre lang an.

Ihm folgte Egon Herbert, dem „Vize“ Ferdi Recker und Kassierer Gerd Limbrock schon seit vielen Jahren zur Seite stehen. Sie leiten die Geschicke der Prinzengarde mit ruhiger, aber bestimmter Hand und bilden die ausgleichenden Faktoren in mitten der vielschichtigen Prinzencharaktere. Im Oktober 2009 rückte Ferdi Recker dann in die erste Reihe. Er steht aktuell als gewählter Kanzler der Prinzengarde vor. Zum Vize wurde gleichzeitig Alfred Tecklenborg bestimmt. Gemeinsam mit Kassierer Gerd Limbrock leiten Sie derzeit die Geschicke der Garde.

Die jährlichen Feste werden jeweils von einem Festausschuss vorbereitet. Er besteht aus den zeitlich letzten drei Prinzenpaaren. Das neue Prinzenpaar rückt nach der Session direkt in dieses Vorbereitungsteam nach. Somit ist immer sichergestellt, dass die Vorbereitungen der Gardefeste von jungen und „unverbrauchten“ Aktiven getroffen werden. Es hat den unschätzbaren Vorteil, dass auch die neu hinzukommenden Paare direkt in die Garde eingebunden werden und somit das Kennenlernen sehr einfach vonstatten geht.

Die Prinzengarde besteht seit über 50 Jahren. Sie schafft es immer wieder aufs Neue, unterschiedlichste Charaktere und Menschen zu vereinen. Der Zusammenhalt ist trotz oder vielleicht gerade wegen der hohen Altersunterschiede sehr gut. Die Garde ist ein Zuhause für alle Stadtprinzen und Stadtprinzessinnen der Stadt Emsdetten und ein gewichtiger Teil des Karnevals in Emsdetten. Aus ihrer Mitte heraus sind bis heute alle Präsidenten der Karnevalsgesellschaft Emsdetten erwachsen.

… zur Prinzengalerie

Die Prinzen der Garde sind immer für einen Spaß zu haben. Sie sind Karnevalisten durch und durch. Als in Jahr 2010 Walter Zurbrügg auf die Gade zukam und fragte, ob er mit den „Rotröcken“ ein neues Lied aufnehmen könne, um damit am BWK-Schlagerwettbewerb teilzunehmen, kam die Antwort prompt: Ja, natürlich! Und wenn wir einen Preis gewinnen, dann treten wir auch mit dir gemeinsam auf. Kaum gesagt war es auch schon so weit: Der Titel „Kerle wie wir“ errang Platz 3 beim Schlagerwettbewerb und die Prinzengarde hatte ihren gelungenen Auftritt auf dem BWK-Kongress 2010 in Bocholt. Walter Zurbrügg ist hier ein sehr schönes Schunkellied gelungen, dass sicherlich noch zu einigen Anlässen gespielt und gesungen werden wird.

… zum Lied von Walter Zurbrügg und den Rotröcken – KERLE WIE WIR